Vierte Nacht - Die Rache des Schläfchens
Abends hatte ich versprochen, dem Sohn der Freundin, mit der ich am Sonntag diskutiert hatte, etwas Englisch beizubringen. Er schreibt am Freitag eine Arbeit und muss dafür noch lernen. Und weil ich ja mein Geld mit meinen Englischkenntnissen verdiene, bin ich sicher der richtige dafür. Leider hatte ich sorgloserweise 17:30 als Uhrzeit ausgemacht, so dass die Englischübung genau mit meinem 18:00-Schläfchen kollidierte. “Nicht so schlimm”, dachte ich mir, “das hol ich nach”. Terminplanung im polyphasischen Schlafrhythmus erfordert mehr Aufmerksamkeit.
Als ich dann gegen 19:00 nach Hause kam (zum Glück war das nur drei Häuser weiter ), war da schon das ganze Abendprogramm im Gange. Abendbrot, Schlafanzüge, Gute-Nacht-Geschichten. Weil ja nun meine häuslichen Pflichten nicht ungebührlich unter meinen obskuren Schlafexperimenten leiden sollten, war es letztendlich 21:00 bis ich endlich dazu kam, mein Schläfchen nachzuholen. Naja, mach ich eins um 21:00, eins um 0:00, um 2:00 und um 4:00, dann hätte ich alles aufgeholt und wäre wieder im Rhythmus. So weit die Überlegung.
Um 18:00 kann ich ja vielleicht ein Schläfchen in meinem Bett machen. Um 21:00 dort eins nachholen, ist eine ganz schlechte Idee. Ganz schlecht.
Ich habe den Wecker völlig verschlafen, meine Frau, die auch da im Bett war, auch, sonst hätte sie mich geweckt. So habe ich sechs solide Stunden durchgeschlafen, bis morgens um 3:00.
Morgens um drei ist eigentlich keine Zeit zum Aufstehen. Und nach sechs Stunden ist vermutlich alles, was ich vielleicht an Adaption erreicht hatte, wieder für die Katz. Ich dachte drüber nach, das Experiment abzublasen. Bisher habe ich noch jeden Tag irgendwas verschlafen, und die Warnungen vor Verschlafen in allen einschlägigen Blogs sind so deutlich wie noch was.
Aber ganz so leicht gebe ich dann doch nicht auf.
Ich also raus, hingesetzt und geplant, wie es weitergeht. Ein bisschen recherchiert, ein paar Hintergrundseiten hier auf polyphasic.de geschrieben, um 6:00 mein planmäßiges Schläfchen gemacht, nicht so sehr weil ich müde war, sondern als Zeichen, dass es weitergeht. Nachher habe ich mich dann gewundert, dass es schon wieder morgen ist und warum mir diese Nacht so kurz vorkam. Aber wenn man 6 Stunden davon verschläft, sollte mich das eigentlich gar nicht wundern…
November 20th, 2007 at 16:35
Ich interessiere mich schon seit längerem für das Thema polynapping und werde diese Seite weiter gespannt verfolgen. Ich denke darüber nach im Frühjahr auch ein Selbstexperiment zu starten.
Ich wünsche Dir viel Glück und Durchhaltevermögen.
November 26th, 2007 at 18:49
Finde es super das du es versuchst und hier deine Fortschritte beschreibst.
in 2 Wochen, ab da beginnt mein 4 Woechiger Urlaub, wollte ich auch mit dem Polyphasischem Schlafen beginnen, beim suchen nach Tipps im Internet bin ich auch hier auf diesen Blog gestossen.
Wäre super wenn du den Blog weiterfuehrst.
mfG.
September 2nd, 2008 at 10:03
Ein ziemlich anstrengendes Projekt - kann das was bringen?
September 2nd, 2008 at 19:47
Es ist tatsächlich anstrengend. Kurz nach dieser Nacht musste ich das Projekt dann auch abbrechen, unter anderem deshalb, weil ich durch eine Asthmaattacke ganz aus dem Rhythmus geschmissen wurde.
Diese Attacken nehmen mich so schon immer ziemlich mit und erhöhen mein Schlafbedürfnis extrem. Unter diesen Bedingungen den polyphasischen Schlafrhythmus beibehalten war undenkbar.
Ich habe noch nie so viel anspruchsloses Zeug geschafft wie während der Zeit des Experiments: kochen, nähen, spielen.
Dabei war ich gerade erst mal in den Anfängen der Adaption, späterhin hätte ich vielleicht auch etwas nützlichere Dinge geschafft. Es war auf jeden Fall ein interessanter Versuch.