Polyphasischer Schlafzyklus

Normalerweise schlafen Menschen bei uns monophasisch, also eine Schlafphase von 6 bis 10 Stunden Dauer, gefolgt von einer Wachphase. Diese Verhalten wird uns als Baby beigebracht und dann lebenslang beibehalten.

Als ich das erste Mal vom polyphaischen Schlafrhythmus hörte, und dass man damit den täglichen Schlaf auf wenige Stunden verringern kann, kam mir das unglaublich vor. Wie funktioniert das?

Beim polyphasischen Schlafzyklus wird nicht ein einzelner Schlafblock durchgeführt, sondern der Schlaf wird in mehrere “Schläfchen” von jeweils 20-30 Minuten Dauer unterteilt, die auf den Tag (und die Nacht) verteilt sind.

Bei einem komplett polyphasischen Schlafrhythmus hätte man also 6 Schläfchen, die alle vier Stunden rund um die Uhr stattfinden. Dieser Schlafzyklus wird in der englischen Literatur oftmals als “Ubermann sleep” bezeichnet, da er komplett ohne Blockschlaf auskommt und 22 Stunden Aktivität am Tag ermöglicht.

Der Nachteil ist, dass der Schlafhrythmus relativ unflexibel ist. Man kann seine Schläfchen nicht ohne weiteres um mehr als 10-20 Minuten verschieben, und von daher er ist er nur möglich, wenn man seine Zeit wirklich frei organisieren kann.

Ein anderer polyphasischer Zeitplan bietet mehr Flexibilität. Beim “Everyman sleep” gibt es einen Kernschlafblock von 3 Stunden und zusätzlich 3 Schläfchen von etwa 20 Minuten Dauer. Bei der Verteilung dieser Schläfchen ist man durch den Schlafblock etwas flexibler und kann sie auch ohne größere Nachteile um 1-2 Stunden hin und her schieben, um der individuellen Tageseinteilung nachzukommen.

Beim Wechsel auf einen polyphasischen Schlafrhythmus braucht man eine Übergangsphase, die etwa ein bis zwei Wochen dauert. In dieser Zeit lernt das Gehirn, in den kurzen Schläfchen schnell zur REM-Phase zu kommen und so in kürzerer Zeit genau so viel REM-Schlaf zu bekommen, wie sonst in acht Stunden ungestörten Schlafes.